Arzneimittelrückstände im Trinkwasser

Trinkwasserbelastung durch Medikamente

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Arzneimittelrückstände im Trinkwasser sind nach Ansicht von Umweltexperten ein wachsendes Problem. Zehn Wirkstoffe seien mehrfach nachgewiesen worden, darunter diverse Schmerzmittel und Röntgenkontrastmittel, sagt der Toxikologe Dr. Hermann Dieter vom Umweltbundesamt. Der berühmte Lehrsatz des französischen Chemikers Lavoisier von der Erhaltung der Masse bekommt, wenn es um das wichtigste Lebensmittel überhaupt geht, eine besondere Bedeutung: Nichts geht verloren, belastet aber zusehends unser Trinkwasser.

Zehn Wirkstoffe - darunter Bezafibrat (zur Senkung der Blutfettwerte), Diclofenac (Schmerzmittel und Entzündungshemmer), Ibuprofen (Schmerzmittel), Antibiotika und Röntgenkontrastmittel - seien mehrfach im Wasser gefunden worden, bestätigt Hermann Dieter vom Umweltbundesamt.

Arzneimittel gelangen auf vielen Wegen in den Wasserkreislauf

Beispiel Diclofenac: Rund 90 Tonnen des Schmerzmittels werden jährlich in Deutschland verbraucht. Allerdings verlassen 70 Prozent des Wirkstoffes des Körpers wieder auf natürlichem Wege – und gelangen dabei ins Abwasser. So gelangen etwa 63 Tonnen Diclofenac über den Urin in den Wasserkreislauf. Trinkt ein Mensch sein Leben lang durchschnittlich zwei Liter Wasser täglich, verbraucht er in 80 Jahren über 50.000 Liter Wasser. Wie viele Medikamentenrückstände er dabei aufnimmt, lässt sich kaum berechnen.

Rein gar nichts weiß man über mögliche Reaktionen, treffen alle Rückstände der rund 3.000 in Europa zugelassenen Medikamente aufeinander. Allerdings weiß man aus der Tierwelt, dass bei Fischen etwa, die an Kläranlagen-Ausgängen leben, nach Östrogen-Aufnahme (Ethinylestradiol aus der Antibabypille) Geschlechts-Umwandlungen beobachtet wurden.

Ein Problem ist aber nach Meinung des Bundesumweltamtes auch, dass unwissende oder allzu bequeme Verbraucher nicht eingenommene oder abgelaufene Medikamente einfach in der Toilette entsorgen. Und ein weiteres Problem ergibt sich dank der intensiven Tierhaltung: Aufgrund der Güllebehandlung der Wiesen und Felder entsteht eine zusätzliche Belastung mit Medikamenten aus der Tiermedizin – Antibiotika, Hormone usw. Bei der Fischzucht werden Antibiotika und Wurmmittel direkt in Oberflächengewässer eingeleitet.

Quelle: http://www.gesundheit.de

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